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Mann oder Frau? Warum das deine Gesundheit prägt
Lesedauer 5 min
Darum ist das Gender Health Gap relevant
Ob bei Symptomen, Diagnose oder Therapie: Dein Geschlecht macht in der Medizin einen größeren Unterschied, als viele denken. In der Forschung wurde das lange ignoriert. Was hinter dem sogenannten Gender Health Gap steckt und was er mit dir zu tun hat.
Lange galt in der Medizin der männliche Körper als Standard. Studien wurden überwiegend an Männern durchgeführt, Medikamentendosierungen für sie berechnet, Symptome aus männlicher Perspektive beschrieben. Erst seit den 1990er-Jahren rückt langsam ins Bewusstsein, dass Frauenkörper anders ticken: hormonell, immunologisch, manchmal sogar in der Wirkung von Wirkstoffen. Heute spricht man deshalb vom „Gender Health Gap".
Was das für Frauen bedeutet
Ein Herzinfarkt zeigt sich bei Frauen oft anders als bei Männern, nämlich mit Übelkeit, Atemnot, Schmerzen im Oberbauch, Rücken oder Kiefer statt klassischer Brustschmerzen. Die Folge: Frauen werden im Schnitt später diagnostiziert und behandelt.
Auch typisch weibliche Themen wie Endometriose, Wechseljahre, Schilddrüsenerkrankungen oder Osteoporose galten lange als Randthema. In Deutschland dauert es bei Endometriose häufig mehrere Jahre bis zur Diagnose; zugleich werden starke Regelschmerzen noch immer zu oft als „normal“ verkannt, was die späte Erkennung begünstigt.
Hinzu kommt: Frauen haben durchschnittlich weniger Muskelmasse, mehr Fettgewebe, andere Hormonspiegel und einen abweichenden Stoffwechsel für bestimmte Wirkstoffe. Medikamente können dadurch anders wirken. Trotzdem ist die Dosierung vieler Präparate bis heute nicht geschlechtsspezifisch ausgewiesen.
Was das für Männer bedeutet
Männer haben ihren eigenen Gap. Sie nehmen Vorsorgeangebote seltener wahr, sprechen über Beschwerden später und sterben in Deutschland im Schnitt rund fünf Jahre früher als Frauen.
Auch psychische Erkrankungen werden bei Männern häufig übersehen, weil sie sich oft anders zeigen: beispielsweise nicht als Traurigkeit, sondern als Gereiztheit, Rückzug, Alkohol- oder Risikoverhalten. Die Suizidrate bei Männern ist deutlich höher als bei Frauen.
Themen wie Prostatagesundheit, Testosteronmangel, Erektionsstörungen oder Depression bekommen erst nach und nach die Aufmerksamkeit, die sie brauchen. Auch deswegen, weil sie für viele Männer schambesetzt sind.
Die eigene Gesundheit fördern
Es gibt also durch den „Gender Health Gap“ einige Risikofaktoren, die deine Gesundheit beeinflussen können. Die gute Nachricht: Du kannst dennoch einiges dafür tun, dass du gesund bleibst.
Worauf du selbst achten kannst:
1. Vorsorge konsequent nutzen. Nutze das vielfältige Angebot zur Gesundheitsvorsorge deiner TUI BKK mit Leistungen wie der Krebsvorsorge‒Früherkennung, der Mädchensprechstunde M1 für Mädchen und junge Frauen im Alter von 12 bis 17 Jahren oder der Check‒up.
2. Symptome dokumentieren. Ein kurzes Beschwerde-Tagebuch hilft im Arzttermin, gerade bei diffusen oder zyklusabhängigen Beschwerden.
3. Familiengeschichte kennen. Herzinfarkt, Krebs, Osteoporose: Viele Risiken sind familiär gehäuft. Wer es weiß, kann gezielter vorsorgen und die Erkenntnisse mit der Hausärztin oder dem Hausarzt teilen.
4. Psyche ernst nehmen. Auch Männer dürfen sich Hilfe holen. Schon ein offenes Gespräch in der Hausarztpraxis ist ein guter Anfang.
5. Beipackzettel lesen und bei Unklarheiten sowie Nebenwirkungen nachfragen.
6. Gesunde Lebensführung für alle. Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung bilden die Basis für eine stabile Gesundheit – und das unabhängig von den Geschlechtern.
Geschlechtersensible Medizin ist keine Zukunftsmusik. Sie beginnt damit, dass du deinem Körper zuhörst und auf dich achtest. Wer die Unterschiede kennt, kann besser entscheiden.
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