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Frage des Monats
Lesedauer 1 min
Verhütung – wer ist eigentlich zuständig?
Über Jahrzehnte war Verhütung in der Praxis Frauensache. Die Pille feierte ihren Siegeszug als Symbol weiblicher Selbstbestimmung und brachte gleichzeitig Verantwortung, Kosten und körperliche Nebenwirkungen mit sich. Themen, über die man lange nicht gesprochen hat.
Heute sieht das anders aus. Studien deuten darauf hin, dass jüngere Generationen hormonelle Verhütung anders betrachten und mitunter nach Alternativen suchen. Gleichzeitig wächst die Bereitschaft vieler Männer, mehr Verantwortung zu übernehmen, auch wenn das medizinische Angebot für sie bisher überschaubar bleibt.
Verhütung ist also längst keine reine Frauenfrage mehr. Sie ist ein Gespräch und genau daran scheitert es oft. Viele Paare reden selten darüber, sondern lassen die einmal getroffene Entscheidung jahrelang weiterlaufen. Doch Verhütung als gemeinsames Thema zu behandeln, ist ein starkes Zeichen für Partnerschaftlichkeit. Und für beide Seiten oft eine echte Erleichterung.
So gelingt ein Gespräch über Verhütung
Den richtigen Moment wählen. Nicht zwischen Tür und Angel, nicht im Bett. Ein ruhiger Spaziergang, ein gemeinsames Abendessen oder ein Sonntagmorgen auf dem Sofa eignen sich besser.
Mit einer offenen Frage starten. Statt „Ich finde, du solltest…" lieber „Wie geht es dir eigentlich mit unserer Verhütung gerade?" Das öffnet den Raum, ohne Druck aufzubauen.
In Ich-Botschaften sprechen. „Ich merke, dass mir die aktuelle Verhütungsmethode nicht guttut" wirkt anders als „Du erwartest, dass ich das mache". Es geht um das eigene Erleben, nicht um Vorwürfe.
Erwartungen und Lebensplanung mitdenken. Wollen wir aktuell Kinder, schließen wir das aus, schieben wir die Frage oder planen wir? Sicherheitsbedürfnis und Methode müssen zur Lebensphase passen.
Nebenwirkungen offen ansprechen. Stimmung, Libido, Gewicht, Kopfschmerzen, Blutungsstörungen – über all das lässt sich sprechen. Auch dann, wenn es erst mal ungewohnt oder sogar unangenehm ist.
Verantwortung sichtbar machen. Wer zahlt? Wer kümmert sich um Rezepte, Termine und Erinnerungen? Wer trägt das körperliche Risiko? Diese „unsichtbare Arbeit" rund um Verhütung lohnt einen ehrlichen Blick.
Gemeinsam informieren. Das BZgA-Portal „familienplanung.de" und Pro Familia bieten neutrale Übersichten zu allen Methoden. Eine gemeinsame Recherche entlastet die Entscheidung.
Pro und contra auf Papier bringen. Zwei Spalten, beide tragen ein, was sie sich wünschen oder fürchten. Das sortiert Gedanken erstaunlich gut.
Eine professionelle Beratung in Anspruch nehmen. Pro Familia, Frauenärztin, Urologe oder Hausarztpraxis: Eine neutrale Einschätzung hilft, gerade wenn ihr unterschiedlich tickt.
Das Gespräch wiederholen. Lebensphasen ändern sich. Einmal pro Jahr ein kurzes Check-in reicht meistens.
Wenn es schwierig wird: Wenn ein Partner Verantwortung dauerhaft abgibt oder das Thema blockiert, ist das selten nur Verhütungssache. Eine Paarberatung kann helfen.
MEHR LEISTUNG FÜR DICH
Bestens versorgt
Wir übernehmen die Kosten für ärztliche Beratungen zu Fragen der Verhütung und die Untersuchungen dazu. Bei Frauen bis zum vollendeten 22. Lebensjahr zahlen wir außerdem die Kosten für Pille und Spirale.